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Revolution in der Bremsscheibentechnik? Bessere Bremswirkung bei gleichen Herstellungskosten

9. Januar 2010

Bei dem von WPS entwickelten Verfahren wird die Oberflächenstruktur der Bremsscheibe so modifiziert, dass sie über eine größere Oberfläche und damit mehr Reibungsfläche verfügt. Bestehende Produktionsverfahren für Bremsscheiben müssen dafür nicht verändert werden. Einfache Rillen sind technisch ausreichend, Bohrungen und Schrägnuten sind nicht notwendig. Nur die Bremsbacken müssen in der Form verändert werden.

Das Neue an der Bremsscheibe und den passenden Klötzen sind eigentlich nur die umlaufenden, tiefen Rillen. Simpel zu mehr Oberfläche. (Foto: WPS Zerspanungstechnik)

Die neue WSC-Bremsscheibe montiert auf dem BMW M3 für einen ersten Praxistest (Foto: WSC Zerspanungstechnik)

Die geriffelte Bremsscheibe auf dem BMW M3 mobtiert (Foto: WPS Zerspanungstechnik)

Für Peter Schmitz und Wilhelm Streser, die Geschäftsführer von WPS, liegen die wirtschaftlichen Vorteile auf der Hand: „Die Bremsscheibe kann an alle Automodelle angepasst werden und ist in der Größe variabel. Bei einer geringeren Größe und Gewicht bleibt die Bremsleistung konstant.“ Ein weiterer Vorteil der neuen Bremsscheibe sei, dass vorhandene Systeme nachgerüstet werden können und dass das ABS erhalten bleibt.

Die beiden Geschäftsführer mit ihrer Erfinderung: Der geriffelten Bremsscheibe (Foto: GSC Zerspanungstechnik)

Die beiden Geschäftsführer Wilhelm Streser und Peter Schmitz mit ihrer Erfinderung: Die geriffelte Bremsscheibe für bessere Bremswirkung (Foto: WPS Zerspanungstechnik)

Praxistest im Rennwagen

Erste Tests erfolgten in einem Rennwagen der Marke BMW M3 vom Team Hoffmann Motorsport. Peter Schmitz: „Wir haben mit unserer modifizierten Bremsscheibe ohne ABS minimum einen 10% kürzeren Bremsweg gegenüber der Standardscheibe für den BMW M3 mit ABS.“ Kornelius Hoffmann vom Team Hoffmann Motorsport bestätigte: „Nach Erreichen der Betriebstemperatur war subjektiv spürbar, dass der Bremspedaldruck konstanter als mit den Serienbelägen war. Somit war eine deutlich bessere Dosierbarkeit möglich. Angenehmer Nebeneffekt war zudem das Gefühl einer verbesserten Verzögerung.“

Teilnahme an Innovationswettbewerb

Eine deutsche Geschmackmusteranmeldung für die Bremsscheibe ist bereits erfolgt, die europäische Anmeldung für den rechtlichen Schutz hat WPS auf den Weg gebracht. Geplant sind zudem weitere umfangreiche Tests. „Wir sind zuversichtlich, dass dabei die bisherigen guten Ergebnisse bestätigt werden“, so Peter Schmitz. „Darüber hinaus werden wir mit Unterstützung der Handwerkskammer zu Köln an einem Innovationswettbewerb teilnehmen.“

3 Reaktionen

  1. admin Januar 9th, 2010 at 17:40

    Manche Erfindungen wirken so simpel, dass man sich unweigerlich fragt, warum man nicht bereits vor Jahrzehnten darauf gekommen ist. Statt immer aufwändigerer Herstellungsprozesse und anderen Werkstoffen, vergrößert man die Reibefläche durch tiefe Rillen, in die die ebenfalls gerillten Bremsbeläge greifen.

    Dadurch könnte der Trend zu immer größeren und damit auch teureren Rädern gestoppt werden, denn ein anderer Weg zu mehr Bremsleistung war es ja bisher, die Bremsscheiben zu vergrößern.

    Ich bin gespannt, wie es mit der Erfindung weitergeht.

  2. Bukephalus Januar 25th, 2014 at 11:20

    Ich möchte meinem Vorredner im vollem Umfang entsprechen. Manchmal liegt die Lösung sehr nah. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass solch ein Vorschlag auch schon mal einem aufstrebenden Jungingenieur eingefallen ist, dies aber unter den üblichen Machtspielchen als nicht umsetzungsfähig abgetan wurde. Den beiden Herren der GF hat hier niemand etwas schlecht geredet. Ich bin ebenfalls sehr gespannt wie die Lösung vom Markt und den damit vebundenen Lobbyisten aufegenommen wird. Ich drücke allerdings die Daumen, da ich auch als wiederspennstiger Querdenker auf der gleichen Seite stehe.
    Beste Grüße und viel Erfolg

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