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Keramik-Werkstoff für die Bremsen: PCCB bei Porsche im Einsatz

20. August 2009

Porsche hat als erster Automobil-Hersteller eine Keramik-Verbund­brems­scheibe mit Evolventen-Kühlkanal im 911 GT2 vorgestellt und prä­sen­tierte mit der Keramik-Kupplung im Carrera GT wiederum als erster Hersteller die zweite Innovation auf diesem Werkstoff-Gebiet. Die Bremse mit dem Namen Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) ist ein bedeutender Fortschritt auf dem Gebiet der Fahr­zeugbremsen-Technologie und setzt völlig neue Maßstäbe. Das gilt für so entscheidende Kriterien wie Ansprechver­halten, Fading­­stabi­lität, Gewicht und Lebensdauer beim Betrieb auf öffentlichen Straßen.

PCCB: 50 Prozent leichter

Die Keramik-Verbundbremsscheibe ist wie die herkömmliche Metall-Bremsscheibe gelocht und innenbelüftet. Auch in ihren Dimensionen unterscheidet sie sich nur geringfügig von der runden Scheibe aus Grauguss. Aber schon beim Gewichtsvergleich fällt auf, dass hier zwei verschiedene Welten aufeinander treffen. Über 50 Prozent wiegt die Keramik-Bremsscheibe weniger. Das spart nicht nur Kraftstoff, sondern reduziert auch die ungefederten Massen, wo­durch das An­sprechverhalten der Fahrwerkfederung weiter verbessert werden kann.

Porsche PCCB Keramikbremse für die Baureihe Boxster/Cayman (Foto: Porsche)

Porsche PCCB Keramikbremse für die Baureihe Boxster/Cayman (Foto: Porsche)

Auf der Straße beweist dieses Bremsen-System ein absolut mustergültiges Verhalten. In Ver­bindung mit einem neuartigen Bremsbelag entwickelt die Keramik-Brems­scheibe hohe und vor allem konstante Reibwerte während der Verzögerung. Das ver­meidet unan­ge­nehme Überraschungen für den Fahrer, wenn er beispielsweise aus hohen Geschwindig­keiten ab­bremsen muss. Denn eine zunächst griffig wirkende Bremse, die nicht wie Porsche-Bremsen speziell auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt ist, verliert bei heißen Betriebstemperaturen an Reibwert, der nur durch erhöhte Pedalkräfte ausgeglichen werden kann.

Die Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) des Cayenne Turbo S (Foto: Porsche)

Die Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) des Cayenne Turbo S (Foto: Porsche)

Der Abrieb ist im Vergleich zu Metall-Bremsscheiben äußerst gering, was die Keramik-Brems­scheiben ihrer extremen Oberflächenhärte verdanken. Entsprechend hoch ist die Lebens­erwartung beim Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr. Keramik-Scheiben sind außerdem korrosionssicher und damit absolut unempfindlich gegenüber Streu- und Flüssigsalzen.

Nach der Weiterentwicklung der Keramik-Bremsscheiben kommen Innenkühlkanäle mit neuer Formgebung zum Einsatz, die mehr Kühlluft durch die drehende Scheibe fördern. Gleichzeitig erhöht eine vergrößerte Anzahl von Kühlkanälen die Formsteifigkeit der Scheibe. Dadurch wird die Scheibenverformung unter hohen Belagan­presskräften deutlich reduziert. Schließlich konnte durch Optimierung der Faserverstärkung in der Reibober­fläche der Brems­scheiben die Abriebfestigkeit insbesondere unter hoher Be­lastung nochmals ge­steigert wer­den. Für den Kunden bedeuten diese Verbesserungen erhöhte Leistungsfähig­keit, erhöhten Bremskomfort sowie eine nochmals verlängerte Lebensdauer der Bremsanlage.

Eine Reaktion

  1. Tasja Juni 25th, 2015 at 12:26

    wie viele Keramik Scheiben sind derzeit in PKW´s verbaut?

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